Mittwoch, 2. Februar 2011

Komplexität, Nichtwissen und Unsicherheit: Bescheidenheit ist gefragt

In diesem ersten Teil geht es darum zu reflektieren, weshalb wir als (moderne) Menschen Schwierigkeiten haben, mit Komplexität, Nichtwissen und Unsicherheit umzugehen.

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Kommentare:

  1. Sorry, was wird hier:

    "Fehler der konstruktivistischen Methode
    Schon in der Schule haben wir gelernt, wie Probleme zu lösen sind. Diese logische, rationnelle Problemlösungskompetenz ist so ausgeprägt, dass wir sie unreflektiert auch bei komplexen Fragestellungen anwenden. Fredmund Malik, macht uns in seinem Buch Strategie des Managements komplexer Systeme, auf die Fehler dieser konstruktivistischen Methode aufmerksam:"

    unter "konsatruktivistischer Methode" verstanden? Sicher nicht das, was z.B. Heinz von Foerster, als einer ihrer Begründer, darunter verstanden hat, nämlich genau das Gegenteil der hier genannten "Fehler".

    Oder sollte es hier "konstruktionistische" Methode (statt konstruktivistische) heissen???

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  2. Guten Tag Herr oder Frau "Test",

    es wird zwischen "Konstruktivismus" und "Radikaler Konstruktivismus" (von Foerster u.A.) unterschieden (s. Wikipedia). Malik, der hier zitiert wird, meint "Konstruktivismus". Was meinen Sie genau mit "konstruktionistisch"?

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  3. In Bezug auf die genannten "Fehler des Konstruktivismus" kann ich nicht nachvollziehen, wieso sie für den "Konstruktivismus" und nicht für den "Radikaler Konstruktivismus" gelten.
    Denn auch der "nicht radikale" (="Erlanger") Konsttruktionismus geht davon aus, dass Wissen, Erkenntnisse, Zusammenhänge, Ideen und andere Inhalte vom Menschen konstruiert sind, also nicht naturgegeben sind.
    Der Erlanger Konstruktivismus (zitiert aus dem von Ihnen erwähnten Wikipedia-Artikel) macht sich - auch - die nachvollziehbare Rekonstruktion von Begriffen zum Programm und ist bestrebt, begriffliche Unklarheiten in der Wissenschaft zu erkennen, begründete Alternativen dazu zu erarbeiten und auf diesem Wege Missverständnismöglichkeiten im wissenschaftlichen Austausch zu verringern. Er ist auf den Konsens der wissenschaftlichen Gemeinschaft ausgerichtet, während der Radikale Konstruktivismus einen oberflächlichen (!!!) Konsens in Frage stellt.

    Weshalb der Erlanger Konstruktivistmus deshalb die erwähnten "Fehler" haben soll kann ich nicht nachvollziehen. Denn auch er anerkennt, dass "wissenschaftlicher Konsens" eine Konstruktion einzelner Personen ist, die jedoch in der Kommunikation mit anderen Personen "sozial ko-konstruiert" wird.

    Und dieser - sich dynamisch stets verändernde - sozial konstruierte Konsens bedeutet ja nicht zwangsläufug, dass daraus z.B. diese Fehler entstehen:

    # Die untrennbare Verbundenheit von Fakten, Meinungen und Wertungen wird nicht einbezogen.
    # Mangelhaftigkeit, Unvollständigkeit und Veränderlichkeit von Informationen werden nicht genügend berücksichtigt.
    # Die Möglichkeit, stabile Zielsysteme und Beurteilungskriterien aufzustellen, wird ausserordentlich stark überschätzt.
    # Die Anzahl der grundsätzlich verfügbaren Alternativen wird meistens unterschätzt.

    Wenn Malik behauptet, dass es solche "fehlerhaft konstruierten Konsense" gibt, dann beansprucht er, die "Wahrheit" zu kennen - sonst könnte er ja diese Dinge nicht als "Fehler" etikettieren.
    Und mit der Behauptung, dass etwas ein "Fehler" sei macht er selber das, was er ebenfalls als Fehler benennt:
    "Es wird nicht berücksichtigt, dass komplexe Probleme kaum jemals eine « richtige » Lösung aufweisen, da häufig der Begriff Lösung überhaupt nicht anwendbar ist."

    lg HPK

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  4. Dass Reduzieren und Vereinfachen keine angemessenen Methoden im Umgang mit Komplexität sind, ist mittlerweile ja wohl allenthalben akzeptiert (es gebe aber immer noch Bildungsinstitute, sogar in der Schweiz, die davon noch nichts gehört haben!). Dass die Art und Weise, wie unser Gehirn komplexe Situationen verarbeitet, “Intuition” genannt wird, erstaunt offenbar immer noch einige Zeitgenossen. Dass aber Intuition Denken nicht ausschliesst, ist wohl noch weitgehend unbekannt. Zur Verwirrung tragen sicher auch Experten bei, die sagen: “Rationales Durchdringen ist keine gute Strategie im Umgang mit Komplexität. Die einzige Strategie, die wirklich greift, ist die Intuition”. Das ist zwar richtig, kann aber falsch verstanden werden. Intuition ist nicht nur auf die regelbasierte Ebene unseres Gehirns beschränkt. Man kann auch intuitiv denken! Peter Senge macht es uns vor.

    Ich hoffe, dass die Leute bei Fukushima I nicht nur intuitiv vorgehen, sondern dazu sich auch noch etwas überlegen.

    Aus http://www.anchor.ch/wordpress/komplexitat/7-schritte-im-umgang-mit-komplexitat

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